Schweizer Politikerin wütet gegen deutsche Energiewende

„Deutschland macht einiges kaputt“

Focus Dienstag, 01.10.2013, 07:30

KOMMENTAR zum Artikel:

Deutsche Energiekonzerne auf Erfolgskurs durch die Erneuerbaren Energien. Nur der deutsche Verbraucher bleibt dabei auf der Strecke. Er darf weiterhin die mittlerweile sechsthöchsten Strompreise in Europa bezahlen. Und ein Ende ist zunächst nicht in Sicht. Mittlerweile sind auch schon unsere Nachbarn ungehalten, da Ihre Stromproduktion mittlerweile nicht mehr wirtschaftlich ist wie der Artikel beschreibt. Die Frage ist wie viele Staaten dem Anliegen eines Stromabkommens folgen werden. Die Auswirkungen eines solchen Stromabkommens dürften die Preise an der Börse wieder steigen lassen und somit dem deutschen Verbraucher wenig an Preissenkungen bescheren.

 

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ARTIKEL des Focus:

„Deutschland macht einiges kaputt“Schweizer Politikerin wütet gegen deutsche Energiewende

Dienstag, 01.10.2013, 07:30

Die Schweizer Strombranche ist verzweifelt. Der Grund dafür: Die deutsche Energiewende pumpt so viel Energie in den Markt, dass die Preise purzeln. So sieht es jedenfalls die Bundesrätin Doris Leuthard – sie wirbt daher weiter um ein Stromabkommen.
Die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard reist am Dienstag nach Brüssel, um mit dem deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger über ein Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU zu verhandeln. Grund dafür ist der billige europäische Strom. Schuld daran ist wiederum vor allem eine Nation, meint Leuthard: die Deutschen. Das berichtet der Schweizer „Blick“.
„Deutschland macht einiges kaputt“, sagte die Bundesrätin demnach am vergangenen Freitag auf einer Podiumsdiskussion. Hintergrund soll die deutsche Energiewende sein. Weil viel Strom produziert werde, sinke der Preis – mit angeblich dramatischen Folgen für die Schweiz.

Pumpspeicher werden unrentabel

Nach Angaben des „Blick“ kostet eine Kilowattstunde Strom an der europäischen Strombörse fünf Rappen (vier Cent). Die Schweizer Atomkraftwerke dagegen produzierten für fünf bis sieben Rappen (bis zu sechs Cent) pro Kilowattstunde.
Noch schlimmer sei die Situation für Pumpspeicherkraftwerke in den Bergen. Deren Strom ist dem Blatt zufolge nicht nur etwas teurer, sondern wird auch bewusst für Lastspitzen zur Mittagszeit produziert.

Lastspitzen von Solarzellen gedeckt

Mit Niedertarif-Strom hätten die Versorger seit Jahrzehnten nachts Wasser in die Speicherseen gepumpt, um es dann tagsüber wieder runterzulassen und so Strom zu produzieren, den sie für einen höheren Tarif verkaufen konnten. Diese Lastspitzen aber würden nun durch Millionen von Solarzellen auf deutschen Dächern gedeckt.

Inzwischen sollen die Versorger gar darüber nachdenken, von ihrer Regierung Subventionen für Wasserstrom zu fordern. Die Hoffnung ist nach Angaben des „Blick“ aber eine andere: Würde die Schweiz Teil des europäischen Marktes, könnten die Pumpspeicher-Kraftwerke wieder rentabel werden – als Batterie Europas. Denn für die Energiewende ist der Speicherausbau unerlässlich.