Laderegler Photovoltaik - Wind-/Wasserkraft zur Eigenversorgung und Versorgungssicherheit mit Strom und Wärme.

 

Neuer Laderegler Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft zur Eigenversorgung mit Strom und Wärme, grösserer Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit mit Energie.

Unser Laderegler Photovoltaik ist in der Lage auch Energieformen aus Wind- und Wasserkraft in einem System zur Eigenversorgung zu integrieren. Das Laderegler Photovoltaik + Windkraft + Wasserkraft – System basiert auf einer sehr einfachen, praxisorientierten Grundannahme: Es gibt mehr natürliche Energie, die täglich zur Verfügung steht, um unseren Bedarf an Energie weitest gehend zu decken. Allerdings waren Technik und Preisgestaltung der Basisprodukte für z.B. Photovoltaik so hoch, dass eine kommerzielle Nutzung nicht rentabel war. Zudem lagen die garantierten Einspeisevergütungen so hoch, dass Produzenten hierüber die Preise für Betreiber regelten. Nachdem die Einspeisevergütung nun immer weiter fällt, die Bezugspreise in den nächsten Jahren gleichzeitig immer weiter ansteigen werden, lohnt es durchaus in eine Eigenversorgung zu investieren. Entsprechende Auswertungen habe ich bereits schon veröffentlicht. Der Trend zu einer dezentralen Energieversorgung, also praktisch Selbstversorgung, wird in den nächsten Jahren einen immer höheren Stellenwert annehmen, wenn man sein Eigenheim weiter finanzierbar halten möchte. Unser Laderegler Photovoltaik mit Wind- und Wasserkraft, zur Eigenversorgung mit Strom und Wärme, ist bereits heute in der Lage Bezugskosten zu senken, Verbrauch fossiler Energieträger deutlich zu reduzieren und die CO2 Emission zu senken. Hierzu hat die Energy Watch eine entsprechende Studie veröffentlicht (Ausführliche Fassung)

Laderegler Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft im Vergleich zu: „Fossile und Nukleare Brennstoffe – die künftige Versorgungssituation“ der Energy Watch Group

März 2013
Autoren: Dr. Werner Zittel Dipl.-Ing. Jan Zerhusen Dipl.-Ing. Martin Zerta Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, Ottobrunn/Germany Nikolaus Arnold, Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften, Universität für Bodenkultur, Wien Wissenschaftlicher und parlamentarischer Beirat: siehe www.energywatchgroup.org

 

Zur Energy Watch Group Energiepolitik braucht objektive Information. Die Energy Watch Group ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Parlamentariern. Dieses Projekt wird unterstützt durch die Ludwig-Bölkow-Stiftung und die Reiner Lemoine Stiftung. Die Energy Watch Group beauftragt Wissenschaftler mit der Erstellung von Studien und Analysen unabhängig von politischer oder ökonomischer Einflussnahme. Themen sind:

  • Die Verknappung fossiler und nuklearer Energieträger,
  • Szenarien zur Einführung regenerativer Energieträgerund
  • Strategien zur Sicherung einer langfristig stabilen Energieversorgung zu annehmbaren Preisen.Die Wissenschaftler sammeln und analysieren nicht nur ökologische,sondern vor allem auch ökonomische und technologische Zusammenhänge Die Studienergebnisse werden nicht nur in Expertenkreisen, sondern auch der politische interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Objektive Information braucht eine unabhängige Finanzierung. Ein großer Teil der Netzwerkarbeit wird ehrenamtlich durchgeführt. Die für diese Studie benötigten finanziellen Mittel wurden über Spenden der beteiligten Stiftungen bereitgestellt. Weitere Informationen können auf der Internetseite eingesehen werden oder von folgender Adresse bezogen werden: Energy Watch Group Zinnowitzer Straße 1 10115 Berlin Deutschland Telefon: +49 (0)30 3988 9664, office@energywatchgroup.org, www.energywatchgroup.org

KURZFASSUNG Übersicht

Im Jahr 1998 veröffentlichten die Geologen Colin Campbell und Jean Laherrère einen weithin beachteten Übersichtsartikel “Das Ende des billigen Erdöls” im Journal “Scientific American”. Dort diskutierten sie das Konzept des Fördermaximums (Peak Oil) und analysierten den Zustand der Welterdölversorgung. Seit dieser Zeit muss jede ernsthafte Studie zur künftigen Erdölförderung auch eine Analyse des Peak Oil-Konzeptes enthalten. In jüngster Zeit wurden jedoch einige Studien und Veröffentlichungen in den Medien präsentiert, in denen sowohl das grundsätzliche Konzept eines Fördermaximums mit nachfolgendem Förderrückgang, als auch alle kritischen Bedenken zur künftigen Erdölversorgung wieder in Frage werden. Wie in den Vorjahren, veröffentlichte die Internationale Energie Agentur (IEA) in ihrem jüngsten World Energy Outlook 2012 (WEO 2012) Szenarien mit einem steigenden Welterdölbedarf und –verbrauch für die kommenden Jahrzehnte. Die IEA betont explizit, dass auf absehbare Zeit – mindestens bis zum Jahr 2035 – keinerlei geologische oder technische Beschränkungen zu erwarten seien, die einen kontinuierlich steigenden Ölverbrauch gefährden könnten. Die Medien verbreiteten diese Nachricht, wobei betont wurde, dass sehr wahrscheinlich eine Öl- und Gasschwemme erfolgen werde, die durch neue Produktionstechnologien in den USA angetrieben werde. Dabei wurden mögliche geologische Begrenzungen ausgeblendet. Im Unterschied zu den von der IEA publizierten Szenarien, veröffentlichte die Energy Watch Group im Jahr 2008 (EWG 2008) einen Bericht über die künftige Versorgung mit Erdöl, der auf den Arbeiten von Colin Campbell aufbaute und Projektionen zeigte, wonach das Erdölfördermaximum erreicht sei und bis zum Jahr 2030 die weltweite Erdölförderung deutlich zurückgehen werde. In dem vorliegenden Bericht werden die Ergebnisse an die aktuellen Daten angepasst und wesentliche Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre beschrieben. Insbesondere wird untersucht, ob die Schlussfolgerung durch neue Entwicklungen geändert werden muss. Darüber hinaus werden in dieser Studie auch die anderen fossilen Energieträger Erdgas und Kohle sowie die Situation der Kernenergie und Uranversorgung betrachtet. Auf dieser Analyse wird ein weltweites Versorgungsszenario mit fossilen und nuklearen Brennstoffen bis 2030 aufgebaut. Hier wird ebenfalls auf ältere Studien der Energy Watch Group zur Kohleversorgung( EWG 2007) und zur Uranversorgung (EWG 2006) Bezug genommen und diese Daten wo notwendig, aktualisiert.

Kurzgefasst gibt dieser Bericht einen Überblick über die künftige Verfügbarkeit von fossilen und nuklearen Energieträgern, wobei kritische Aspekte betont werden. Es ist nicht das Anliegen dieses Berichtes, damit eine weitere Fortschreibung des „Business as usual“ unter Ausblendung diese Entwicklung gefährdender Faktoren zu generieren.

Erdöl

  • Empirische Daten belegen die These, dass die Welterdölförderung im Jahr 2005 einen weltweiten Höhepunkt erreicht hat und seither mit Schwankungen auf einem Plateau verweilt. Die Förderung von konventionellem Erdöl befindet sich seit 2008 im Förderrückgang. Das Fördermaximum der konventionellen Ölförderung ist auch von der Internationalen Energieagentur als Tatsache bestätigt worden. Aktuelle und künftige Anstrengungen der Erdölindustrie sind vor allem darauf ausgerichtet, das Förderplateau möglichst lange zu halten, indem der Förderrückgang der produzierenden Felder mit steigendem Aufwand durch neue Fördersonden oder unkonventionelle Erdölförderung ausgeglichen werden muss. Neue Felder sind jedoch in den meisten Fällen von schlechterer Qualität (kleiner, teurer in der Erschließung, höherer Schadstoffanteil, …), so dass dieser Wettlauf immer schwieriger wird.
  • Der Erfolg der unkonventionellen Erdöl- und Erdgasförderung in den USA seit dem Jahr 2005 ist auf mehrere spezifische Bedingungen zurückzuführen, die nicht verallgemeinert werden können. Hierzu gehört die gut ausgebaute Erdgasinfrastruktur, die hohe direkte Abhängigkeit von Arbeitsplätzen in der Öl- und Gasindustrie, große Potenziale an unkonventionellen Kohlenwasserstoffvorkommen in Gegenden mit sehr geringer Bevölkerungsdichte, finanzielle Anreize für Börsen notierte Firmen und, last not least, Ausnahmeregelungen der Bohraktivitäten der Öl- und Gasindustrie von Umweltregularien, die eine deutliche Einschränkung bewirken würden. (Energy Policy Act 2005). Vielleicht am wichtigsten aber waren stark steigende Öl- und Gaspreise seit 2005. Dies führte zur schnellen Entwicklung der günstigsten Vorkommen von Schiefergas und leichtem „tight gas“ (Gas in dichtem Gestein), während der Förderrückgang in den erschlossenen konventionellen Erdöl und Erdgasfeldern unbeeinflusst weiterging.
  • Die Szenarien der Internationalen Energieagentur im WEO 2012 suggerieren, dass um 2020 – 2025 der hohe Anteil unkonventioneller Erdöl- und Erdgasförderung die USA weitgehend von Gas- und Ölimporten unabhängig werden könnten. Diese Aussage basiert auf der Annahme, dass (1) der Erdgas- und Erdölverbrauch in den USA deutlich zurückgehen werde, und (2) dass die spekulativ ermittelten unkonventionellen Ressourcen auch in belastbare Reserven transferiert würden, die dann auch zügig gefördert würden. Das ist jedoch keineswegs gesichert. Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Förderung von leichtem „tight oil“ 2015 – 2017 das Fördermaximum erleben und danach zurückgehen wird. Die Förderung von leichtem „tight oil“ wird vermutlich nicht länger als 10 Jahre auf hohem Niveau erfolgen und sich damit als eine deutlich überschätzte Blase zeigen.
  • Die Entwicklung neuer Ölfelder in der Tiefsee verläuft enttäuschend und bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, die vor 10 Jahren geweckt wurden:

    Die Region am Kaspischen Meer (Kasachstan, Aserbaidschan) fördert heute mit 3 Mb/Tag wesentlich weniger Erdöl, als die im Jahr 2000 erzeugten Hoffnungen erwarten ließen. Zu dieser Zeit wurde von der amerikanischen Energiebehörde geäußert, dass die Kohlenwasserstoffvorkommen im Kaspischen Raum mit vermuteten 250 Gb Öläquivalent so bedeutend seien, dass damit eine Konkurrenz zur Förderung in Saudi Arabien entstehen werde. Der wichtigste Feldkomplex der Region seit 2000 ist Azeri-Chirag-Guneshli. In der Zwischenzeit wurde dort das Fördermaximum überschritten und die Region ist im Förderrückgang. Nur die verzögerte Entwicklung des Feldes Kashagan in Kasachstan könnte nochmals für einige Zeit eine Förderausweitung erwirken, sobald das Feld erschlossen ist. Die Ölförderung im Tiefen Meer im Golf von Mexiko, westlich von Afrika oder östlich von Brasilien liegt weit hinter den vor zehn Jahren geäußerten Erwartungen zurück. Im Golf von Mexiko hat die Förderung ähnlich wie im Meer vor Angola das Maximum bereits überschritten. In Brasilien stagnierte die Ölförderung Ende 2012 bei 2 Mb/Tag. Auch dies liegt unter der Erwartung der dort aktiven Firma Petrobras, die in große finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Im Gegensatz zu den Erwartungen muss Brasilien heute mehr Erdöl importieren als in der Vergangenheit. Sowohl Kanada als auch Venezuela haben ihre Reserven um mehrere 100 Gb durch die Berücksichtigung von Teersanden bzw. Extraschweren Erdölvorkommen im Orinoco-Bereich erhöht. Der Förderzuwachs aus diesen Vorkommen bleibt jedoch deutlich hinter den vor fünf Jahren geäußerten Hoffnungen zurück: In Kanada beträgt die gesamte Förderung von Bitumen und daraus gewonnenem Synthetischem Rohöl (Syncrude) 1,8 Mb/Tag, gegenüber der vor 5 Jahren geäußerten Erwartung von 3,5 Mb/Tag. Die Schwerölförderung in Venezuela liegt bei 600 kb/Tag, das ist nicht mehr als vor 13 Jahren. Saudi Arabien, dem die Internationale Energieagentur noch vor zehn Jahren eine Fördererhöhung auf 12 – 14 Mb/Tag zugetraut hatte, die bis 2033 gehalten werden könnte, kämpft gegen den Förderrückgang der alten Felder mit Rückgangsraten bis zu 8 Prozent jährlich. Obwohl die berichteten Reserven seit Jahrzehnten mit 264 Gb angegeben werden, gibt es große Zweifel daran. Möglicherweise ist die Förderung dort bereits am Maximum, sofern der Förderrückgang der Felder nicht schnell genug durch die Erschließung neuer Reserven ausgeglichen werden kann.

    Der Rückgang der europäischen Ölförderung war bereits 2001 von ASPO erkannt worden. Heute ist die Förderung bei 3 Mb/Tag, das sind 60 Prozent weniger als im Jahr 2000 und nahe der damaligen Prognose. Noch im Jahr 2004 hatte die IEA eine stabile Förderung bei 4,8 Mb/Tag für 2010 erwartet.

    • Auf der anderen Seite zeigten einige Regionen eine höhere Ölförderung als vor 5 Jahren von den Autoren erwartet worden war:China erhöhte die Förderung auf 4 Mb/Tag im Jahr 2011. Sowohl EWG als auch IEA hatten einen Förderrückgang auf 3,3-3,5 Mb/Tag erwartet. Der Rückgang in dem größten Ölfeld des Landes, Daquing, wurde durch neue Entwicklung im tiefen Meer mehr als ausgeglichen.Im Jahr 2008 hatte die EWG das Fördermaximum Russlands für das Jahr 2010 erwartet. Heute sieht es so aus, als ob die Förderung bis 2012 auf einem leicht steigenden Plateau liege und danach zurückgehen werde.Die größeren Förderstaaten im Mittleren Osten erhöhten ihre Förderung auf 25,8 Mb/Tag im Jahr 2011 – dies liegt nahe an der Prognose des WEO 2002.Vor allem aber hat die Entwicklung der leichten „tight oil“ Vorkommen in den USA dort den Förderrückgang aufgehoben, seit 2010 steigt dort die Förderung wieder. Dieser Förderanstieg war nicht erwartet worden. Auf ihm beruhen die ganzen Spekulationen, dass die USA um das Jahr 2020 mit 11,1 Mb/Tag zum weltweit führenden Ölförderstaat aufsteigen würden. Das würde allerdings eine Verdoppelung der heutigen Förderrate der USA bedingen.
    • Gemäß der Förderanalyse ist es sehr wahrscheinlich, dass um das Jahr 2030 die weltweite Erdölförderung um etwa 40 Prozent gegenüber 2012 zurückgehen wird. Die nachfolgende Grafik zeigt das Ergebnis der Szenariorechnung zur Weltölförderung 1940 – 2030.
    • Der Ölverbrauch der OECD Staaten hat das Maximum bereits überschritten, nur so war es möglich, dass in den letzten Jahren die nicht-OECD Staaten bei stagnierender weltweiter Förderung ihren Bedarf noch deutlich ausweiten konnten.

     Laderegler Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft ersetzt fossile Brennstoffe zur Eigenversorgung

    Erdgas

    Der Bericht analysiert auch die Entwicklung der Erdgasförderung bis 2030. Die Berechnungen erfolgten in ähnlicher Detailtiefe wie für Erdöl. Wichtigste Ergebnisse sind:

    • Die konventionelle Erdgasförderung ist in Europa und in Nordamerika in deutlichem Förderrückgang. Auf diese beiden Regionen entfallen 35 Prozent der weltweiten Erdgasförderung.
    • Die unkonventionelle Erdgasförderung vor allem von Schiefergas („shale gas“) ist in den USA deutlich angestiegen, seit im Jahr 2005 die Öl- und Gasindustrie von wichtigen Beschränkungen bzgl. des Trinkwasserschutzes ausgenommen wurde. Im Jahr 2012 hatte die Schiefergasförderung in den USA einen Anteil von 30 Prozent.
    • Die Schiefergasförderung in den USA ist nahe dem Fördermaximum. Die Fördercharakteristik der einzelnen Bohrungen bewirkt, dass die Förderung sehr schnell nachlässt, sobald neue Fördersonden nicht schnell genug erschlossen werden. Der um das Jahr 2015 eintretende vermutete Förderrückgang der Schiefergasförderung in den USA wird dann den Förderrückgang der konventionellen Erdgasfelder verstärken. Um das Jahr 2030 wird die Gasförderung in den USA vermutlich deutlich unter dem heutigen Niveau liegen.
    • Die europäische Gasförderung ist seit dem Jahr 2000 im Förderrückgang. Dieser Rückgang wird sich bis 2030 noch verstärken, wenn Norwegen das Fördermaximum überschritten hat. Die unkonventionelle Schiefergasförderung wird in Europa sicher nicht die Rolle spielen wie in den USA. Die geologischen, geographischen und industriellen Voraussetzungen sind in Europa wesentlich ungünstiger. Um den Erdgasbedarf Europas auf heutigem oder leicht steigendem Niveau bei sinkender heimischer Förderung zu bedienen, müssen bis 2020 mehr als 200 Mrd. m3/a zusätzlich importiert werden. Russland ist heute nach den USA der zweitgrößte Gasförderstaat. Doch auch dort ist die Gasförderung der größten Felder bereits im Rückgang. Diese müssen zügig durch die Erschließung neuer Felder in Nordsibirien und im Offshore-Bereich ersetzt werden. Die Förderung erreichte im Jahr 1989 ein erstes Fördermaximum mit der Erschöpfung der großen Felder. Seither konnte Gazprom die Förderung nicht mehr auf das damalige Niveau ausweiten. Ob dies künftig möglich sein wird, wird vor allem an der zeitgerechten Entwicklung des Gasfeldes Schtokman in der Barentsee und weiterer Felder im schwer erschließbaren Bereich der Jamal-Halbinsel hängen. Falls diese Felder gemäß der Zeitvorgaben von Gazprom entwickelt werden, dann könnten sie im Jahr 2030 mit 310 – 360 Mrd. m3/a zur Förderung beitragen. Doch das wäre nicht ausreichend, um die gesamte Förderung auf dem heutigen Niveau zu halten, da die bereits erschlossenen Felder einen deutlichen Förderrückgang zeigen.

      Der Gasverbrauch in Russland wird künftig steigen. Zudem werden neue Verbindungen zu den Märkten Asiens gebaut. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass der Erdgasbezug Europas nicht im heutigen Maße aufrechterhalten werden kann. Die zusätzlich benötigten Gasmengen müssen woanders bezogen werden. Möglicherweise werden die Erdgasexporte Russlands nach Europa sogar abnehmen, so dass ein zusätzlicher Importbedarf aus anderen Quellen erzeugt wird. Es wird allgemein erwartet, dass die Staaten Iran und Katar mit den nach Russland größten Gasreserven den weltweit steigenden Gasbedarf über LNG-exporte bedienen werden. Doch auch hier scheint es, dass die Gasreserven, die vor allem auf dem weltgrößten Erdgasfeld beruhen – der Teil in den Gewässern Katars heißt Nord Feld, der Teil in den Gewässern Irans heißt Süd Pars – deutlich zu hoch bewertet werden. Die Bewertung des 6000 km2 umfassenden Feldes beruhte auf wenigen Bohrungen aus den 1970er Jahren nach dessen Entdeckung. Erst vor wenigen Jahren brachte eine Firma eine trockene Bohrung im eigentlich gashöfigen Gestein nieder. Dieses Vorkommnis hat die Bewertung der Gasreserven des Feldes deutlich in Frage gestellt. Die folgende Abbildung zeigt die Erdgasförderung bis 2030 gemäß historischer Daten und gemäß in dieser Studie diskutierter Szenario-Rechnungen.

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      Kohle

      Die weltweiten Kohlevorkommen sind reichlich. Die meisten Beobachter ziehen daraus den Schluss, dass die Versorgung mit Kohle auf mehrere Jahrhunderte gesichert und unproblematisch sei. Umweltprobleme mit der Förderung und dem Verbrennen von Kohle würden dessen Förderung wesentlich früher beschränken als geologische Restriktionen. Bei genauerer Analyse muss diese Sichtweise jedoch als voreilig in Frage gestellt werden. Auf dem Weltmarkt ist Kohle nur von wenigen Exportstaaten erhältlich. Die Indizien für eine in wenigen Jahren angespannte Versorgungslage mit Kohle sind größer als ein oberflächlicher Blick erwarten lässt:

      Die USA haben das Fördermaximum der energiereichen Steinkohle bereits vor 25 Jahren überschritten. China besitzt die weltweit zweitgrößten Kohlereserven. Doch ungeachtet dieser Vorkommen stieg der Bedarf schneller als die heimische Förderung, so dass China vor wenigen Jahren von einem Exporteur zum neben Japan größten Importeur von Kohle wurde. Auch Indien ist unter den Staaten mit den größten Kohlereserven. Doch auch in Indien steigen die Kohleimporte bei steigendem Bedarf, der nicht durch eine entsprechende Ausweitung der heimischen Förderung bedient werden kann. Indische Kohle ist von schlechter Qualität und enthält bis zu 70 Prozent Asche. Nur etwa 10 – 15 Prozent der weltweit geförderten und verbrauchten Kohle werden interkontinental auf dem Meeresweg gehandelt. Das Handelsvolumen verdoppelte sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Der schnell steigende Bedarf wurde fast ausschließlich durch Australien und Indonesien gedeckt. Australien ist der weltweit wichtigste Exporteur von Kokskohle, die vor allem für die Stahlerzeugung benötigt wird. Indonesien ist der weltweit größte Exporteur von hochwertiger Kraftwerkskohle. Die künftige Versorgung des internationalen Kohlemarktes wird vor allem von der Entwicklung in diesen beiden Staaten abhängen, wobei Indonesien in den letzten Jahren die Förderung und die Exporte in einem Tempo ausgeweitet hat, das an sein Ende kommt. Weder die Reserven, noch der steigende heimische Bedarf erlauben eine weitere Ausweitung der Exporte, wie dies vom Kohleministerium auch bereits verkündet wurde. Die Qualität der Kohle wird in einigen Regionen bereits spürbar schlechter. In Südafrika hatte das zur winterlichen Spitzenlastzeit bereits zu einem Stromversorgungsengpass geführt, da die Kraftwerke bei schlechterer Kohlequalität im Wirkungsgrad nachlassen. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte lassen die Berechnungen erwarten, dass die weltweite Kohleförderung um das Jahr 2020 das Fördermaximum erreichen wird.

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      Uran

      Die weltweite Uranförderung hat bereits im Jahr 1980 das Fördermaximum überschritten. Dies fiel mit dem Fördermaximum in den USA zusammen, die zu dieser Zeit mit Abstand der größte Uranförderstaat waren. Der Förderanstieg seit dem Jahr 2000 ist auf die Förderausweitung in Kasachstan zurückzuführen. Uranressourcen sind bis auf wenige Ausnahmen seit vielen Jahrzehnten bekannt. Die Größe der von der Nuklearenergieagentur (NEA 2011) in den in zweijährigem Rhythmus veröffentlichten Studien wäre ausreichend, um den weltweiten Bestand an Reaktoren für einige Jahrzehnte zu versorgen. Allerdings weist auch hier die Detailanalyse ein wesentlich differenzierteres Bild aus. Neue Minen in Afrika müssen bereits auf Erze mit einem Urananteil unter 0,02% zurückgreifen. Die erschwerten Förderbedingungen steigern den benötigten Energieaufwand. Das wird dann zum Problem, wenn parallel die Verfügbarkeit fossiler Energieträger – diese bilden im Bergbau in der Regel die Basis der Energieversorgung – nicht mehr ausreichend und billig verfügbar sind. Heute sind die meisten neuen Minenprojekte in zeitlichem Verzug während gleichzeitig der Ertrag der alten Minen zurückgeht. Aus diesen Gründen besteht ein Risiko, dass bereits in diesem Jahrzehnt die Versorgung der Kernkraftwerke auf Versorgungsengpässe stoßen könnte. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann behauptet werden, dass neu gebaute Reaktoren nicht mit einer gesicherten Uranversorgung über die gesamte Lebensdauer von 40 Jahren rechnen können.

      Laderegler Photovoltaik - Wind- und Wasserkraft zur Eigenversorgung mit Strom und Wärme

      Zusammenfassung

      Die abschließende Grafik zeigt die Förderbeiträge der einzelnen Energieträger zur weltweiten Versorgung. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurden die metrischen und volumetrischen Angaben in Energieeinheiten umgerechnet (1Mtoe = 1 Million Tonnen Öläquivalent).

      Die in dieser Arbeit durchgeführten Berechnungen weisen darauf hin, dass sowohl Erdgas als auch Kohleförderung vermutlich um 2020 das Fördermaximum erreichen werden. Das Fördermaximum aller fossilen Energieträger wird jedoch einige Jahre früher eintreten, wobei dieser Zeitpunkt vor allem vom Förderrückgang der Erdölförderungen bestimmt wird.

      Der bald erwartete Rückgang der weltweiten Erdölförderung wird zu deutlichen Versorgungsproblemen führen. Über ein oder zwei Jahrzehnte betrachtet wird der Rückgang so groß werden, dass er nicht durch eine Substitution mit Erdgas, Kohle ausgeglichen wird. Versuche, die Erdgas und Kohleförderung dann deutlich auszuweiten, werden schnell an Grenzen stoßen, da diese Energieträger ebenfalls erschöpfbar sind und nicht zu weit von den Begrenzungen entfernt sind.

      Der Beitrag nuklearer Energieträger ist zu gering, als dass dieser bei dem Übergang eine weltweit bedeutende Rolle spielen könnte. Das kann zwar in einzelnen Ländern mit hohem Kernenergieanteil an der Stromversorgung unterschiedlich bewertet werden. Aber auch hier greift das übergeordnete Prinzip, dass an ökonomischen Zwängen orientiert die leicht und kostengünstig zu erschließenden Minen zuerst genutzt wurden und mit zunehmendem Wegbrechen der alten Minen neue kostenintensivere Projekte angegangen werden müssen, die in der Regel auch ungünstigere Eigenschaften ausweisen.

      Laderegler Photovoltaik - Wind- und Wasserkraft zur Eigenversorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien.